Die Katzenpost meldet sich wieder für Euch!

Diese Zeiten sind für uns alle schwierig und mehr als unangenehm. Somit sind die tierischen Probleme am Feldberg im Verhältnis eher geringfügig, auch im tierischen Vergleich,  aber es ist halt die Katzenpost, eben der Feldberg aus der Sicht der Katzen. Da Foxi sich der Wahrheit verpflichtet fühlt kann leider auch er derzeit keine Erfolgsmeldungen berichten.


Hi Feldis,

es meldet sich mal wieder, nach einem guten Jahr Euer Kater Foxi vom Feldberg. Ja ich bin es wirklich. Nach einem Winter, also dem Winter 18/19 bin ich zurückgekehrt. Die Sehnsucht war zu groß. Nun bin ich bereits wieder einen Sommer und einen weiteren Winter hier. Vielen Dank für das Asyl Rasmus. Es ist schon ein wunderschönes Fleckchen Erde hier oben. Was gibt es Positives zu berichten. Auch 2019 gab es einen neuen Beitrag im TV, wenn auch nur kurz. „Die höchsten Tomaten am Feldberg“. Gabi und Nicole haben dies freundlicherweise verursacht.

Auch 2020 soll der Feldberg mit Rasmus, Heinz und Sabine wieder den Weg ins Heimkino finden. Jedenfalls wurde gedreht. Soweit zu den angenehmen Neuigkeiten. Ein neues Auto und eine neue Kläranlage wurde gebraucht. Nun ja das ist nicht schlecht, aber teuer.  Das vergangene Jahr war auch für uns Katzen, also Schneeball, Jurischka und mich nicht ganz so einfach. Die Voraussetzungen am Berg haben sich für uns verändert.

Wir Katzen sind in der Rangliste der Wichtigkeiten etwas nach hinten durchgereicht worden. An solche erfreulichen Tatsachen, das die Bude nahezu fast immer mäusefrei ist hat man sich gewöhnt. So wie daran das sowieso fast immer ausreichend Gäste auf dem Haus sind. Liebe Gewohnheiten, aber von nichts kommt nichts. Wir kamen früher gleich hinter menschlichem Personal und Gast, jetzt kommen wir nach Vogel und Hund. Also knapp vor den Nagern. Na ja, mittendrin statt nur dabei. Das Miteinander hat sich also zu unseren Ungunsten verändert. Mangelnde Wertschätzung eben.

Die vom Erfolg verwöhnten Feldberger hätten wohl noch eine Weile gebraucht bis sie kapiert hätten, das nicht mehr alles rund läuft. Doch dann kam Corona nach einem Winter mit sehr wenig Schnee und plötzlich wurde schnell klar was passieren kann wenn es seit Jahren gut läuft und plötzlich nicht mehr. Der sogenannte Selbstläufer. Ein sehr gefährlicher Begriff. Hier am Feldberg, wie auch anderswo bedeutet das, es wurde zu wenig in die Zukunft investiert. Vor allem zu wenig in neue Ideen. Es wurde ausschließlich auf das Pferd „Tourismus“ gesetzt. Nun ist sanfter Tourismus eine wirklich gute Sache, doch was ist wenn die Gäste wegbleiben oder nicht kommen dürfen.

Trotz großer Bemühungen wird es dann eng, vor allem finanziell. Ob es ein schlechter Winter, ein verregneter Sommer, oder eben aktuell besonders hart Corona ist. Zwar gab es in der Vergangenheit schon gelegentliche Mahnungen wie: Wir sollten einen großen Garten anlegen um uns und unsere Gäste frischer und damit noch besser Verköstigen zu können,  oder wir sollten auch auf Dauergäste setzten um den Bettenleerstand in den schwachen Zeiten zu verringern. Um eben auch in schlechten Zeiten Einnahmen erzielen und geringere Ausgaben zu verursachen. Die Wieder Aktivierung des Ehrenamtes, eine Säule der Naturfreundearbeit, aus den gleichen Gründen. In guten Zeiten an schlechte Zeiten denken.

Mag sein das es nach der Corona Zwangspause wieder richtig gut läuft, doch die allgemeine Gefahr besteht weiter. Neue Ideen, neue Konzepte mit weniger finanziellen Risiko sind gefragt. Es müssen Rücklagen geschaffen werden, denn wen diese wie heute fehlen und Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten verschoben werden, entstehen dann später erheblich höhere Kosten durch Reparaturen und natürlich ist weniger Geld für den Einkauf vorhanden. Wer spürt es zuerst?

Richtig, wir am Katzenfutter. Dazu die Erklärung: Wir sind Raubtiere. Nehmen wir zum Vergleich mal unseren Bruder Luchs. Ein erwachsener Luchs wiegt mindestens 20 kg und benötigt ca. 1 kg Fleisch täglich. Wir Katzen wiegen mindestens 2,5 kg. Wir fressen am Tag zu dritt etwa eine 1,5 Dosen Katzenfutter. Das sind ca. 600 Gramm, also 200 Gramm pro Katze. Auf den ersten Blick kann man nun denken, Super das ist ja fast die doppelte Menge wie der Luchs im Verhältnis braucht. Nun sagen wir mal als Katze brauche ich täglich 100 Gramm Fleisch. Stopp, jetzt kommt die Rechnung dazu, den das Katzenfutter ist ein Fake: Der Fleisch und Fettanteil liegt hier bei 8%. Das sind 16 Gramm Fett und Fleisch am Tag pro Katze. Es fehlen also 84 Gramm. Kein Problem, wir Katzen fangen doch Mäuse. Stimmt, dafür sind wir eingestellt, aber: Eine ausgewachsene Maus, Haus- oder Feldmaus wiegt durchschnittlich 24 Gramm bei einem Fleisch- und Fettanteil von max. der Hälfte. Also pro Maus verwertbare 12 Gramm. Somit brauchen wir Feldbergkatzen pro Tag und Katze neben unserem Dosenfutter also 7 Mäuse. Das wäre schön aber das packen wir nicht. Im Jahresschnitt denke ich schaffen wir knapp 2 Mäuse pro Katze pro Tag. Das ist nicht schlecht. Über 1700 Mäuse im Jahr. So ist das NFH und die Baldenweger Hütte praktisch mäusefrei.

Es fehlen aber immer noch 64 Gramm Fleisch pro Tag. Nun bekommen wir noch etwas Trockenfutter, also sagen wir mal 14 Gramm. Das ist eigentlich schon zu viel. Denn soviel Trockenfutter vertragen wir nicht. Wir schaffen es einfach nicht genügend dazu zu trinken. Es fehlt also etwa die Hälfte des Tagesbedarfs an Fleisch.  Das ist nicht wirklich gesund für uns. Heinz und Martina kommen immer wieder mal vorbei mit Frischfleisch und anderem. Außerdem ist Heinz mein persönlicher Futterlieferant. Cerealien nehmen wir wirklich mehr als genug auf. Wir sind also Halbvegetarier, sozusagen Ökokatzen pur, na ja. Hier wäre noch zu bemerken das eine Dose Katzenfutter ca. 0,35 Euro kostet.

Da der Heinz mein Futter bezahlt kostet das Futter von Schneeball und Jurischka ca. 0,40 Euro pro Tag. Das sind pro Jahr 146,00 Euro. Dazu kommen noch ca. 100 Euro Medikamente und Tierarzt. Also rund 250 Euro für drei Ehrenamtliche für 365 Tage im Jahr. Das entspricht einer Aufwandsentschädigung pro Katze von 0,27 Euro pro Tag. Das ist schon verdammt magere Kost. An dieser Stelle wollten wir drei eigentlich noch weiter meckern. Doch wir sind keine Ziegen und lassen es sein, denn im Verhältnis zu Ausgangssperre und Maskenpflicht geht es uns sehr gut hier oben. Nur soviel, hier ist unser Zuhause von frühester Jugend an. Von hier aus entwickeln sich durch unsere Nachkommen Dynastien über den Schwarzwald hinaus. Zurecht sind wir darauf stolz.

Nur an solchen Schlechtwettertagen wie unlängst mit Kälte, Schneeregen und Hund, also an den Tagen wo wir zum millionsten Male den Keller durchstöbern sind wir etwas frustriert. Am besten wir halten noch etwas Winterschlaf. Es wird wieder besser werden.
Unser Dankeschön an alle die mitgeholfen haben und weiter nach der Zwangspause wieder mithelfen werden. Es wird nicht mehr so sein wie früher, doch gerade deswegen brauchen wir weiterhin Eure Anwesenheit und Hilfe, das auch unter veränderten, schwierigeren Bedingungen die typische heimelige Atmosphäre hier im Haus erhalten bleibt. Die, die ihr eingesperrt seit, egal ob Mensch oder Tier, wir fühlen mit Euch. Bis bald am Berg. Bleibt gesund. Euer Foxi mit Schneeball und Jurischka.


Für die Neuen, die die Katzenpost nicht kennen: Die Katzenpost ist eine Kolumne, die ein bis zwei Mal im Jahr seit 14 Jahren erscheint. Gerne könnt Ihr auch die vorjährigen Briefe erhalten. Praktisch ein Überblick aus Sicht der Katzen wie es am Berg so gelaufen ist.

Demnächst „Foxi’s Blog“ in den sozialen Medien zu finden mit der Katzenpost vom Feldberg aus den vergangenen 12 Jahren und mehr.

.Miau Foxi und sein Team