Abenteuer „Natur“ im Südschwarzwald

Familienfreizeiten

Naturfreundehaus Feldberg mit natur-, umwelt- und erlebnispädagogischen Angeboten für Schulklassen

(Text veröffentlicht in Klassenfahrten Magazin Heft 1/2012)

„Natur erleben und bewahren sind Leitgedanke und Richtlinie, nach denen wir das Haus führen“, berichtet Heinz Blodek, Hüttenwart des Naturfreundehauses Feldberg. „Wir stehen in der Tradition der Natur-Freunde-Bewegung, die es seit ca. 117 Jahren gibt.“

Das Naturfreundehaus ist im typischen Stil der „Schwarzwaldhäuser“ erbaut und steht inmitten eines einmaligen Naturschutzgebietes, unterhalb des höchsten Gipfels des Schwarzwaldes, des Feldberges, auf 1.342 Meter Höhe. Von hier aus bietet sich den Gästen ein imposanter Ausblick auf den südlichen Schwarzwald. Und das Haus ist ein geeigneter Ausgangspunkt für alle, die auf den vielen Wanderwegen den Feldberg und seine einzigartige Flora und Fauna erleben wollen.

Eröffnet wurde das Naturfreundehaus im Mai 1926. Bereits im Jahr darauf, 1927, stand das Feldberghaus mit insgesamt 7.927 Übernachtungen an erster Stelle von den damals fünfzehn badischen Naturfreundehäusern. Eine behutsame Sanierung, mit natürlichen Baustoffen und meist in ehrenamtlicher Arbeit, erfuhr das Haus in den Jahren 2000 bis 2007. Ab 2007 übernahmen Heinz und Maria Blodek die Aufgabe des Hüttenwarts. Zuvor kamen sie, nach vielen Jahren als Gäste, ins Team der Ehrenamtlichen des Naturfreundehauses, in dem etwa 50 Personen arbeiten, die zwischen 14 und 78 Jahre alt sind. „Es ist der wichtigste Bestandteil zur Erhaltung des Hauses und zur Durchführung der Programme“, erklärt Heinz Blodek. Als dann der vorherige Hüttenwart Dieter Witt nach langjähriger Tätigkeit zurückgetreten war, übernahm das Ehepaar die Leitung des Hauses.

Seitdem gab es einige Veränderungen. „Ganz aktuell ist, dass wir die Küche, eigentlich das ganze Haus, umgestellt haben auf saisonal, bio und faire“, freut sich der Hüttenwart. Das Naturfreundehaus Feldberg ist somit das zweite Haus der NaturFreunde, das umgestellt hat. „Etwa 80 von 500 Häusern sind auf dem Weg dahin“, erläutert Heinz Blodek. Ebenfalls wurde ein alternativer Stromanbieter der Region gewählt. „Wir hoffen, dass noch zu unseren Lebzeiten die Naturfreundehäuser und möglichst viele weitere Schullandheime und andere Jugendfreizeitstätten den nachhaltigen Weg der Vernunft und der globalen Fairness, zum Wohle aller Lebewesen unseres Planeten einschlagen mögen“, so das Ehepaar Blodek.

Zu den Gästen des Naturfreundehauses zählen Einzelwanderer genauso wie Familien, Gruppen, Vereine und Schulklassen. „Als anerkanntes Schullandheim sind wir besonders auf Klassenfahrten eingerichtet“, sagt der Hüttenwart. Im Haus ist jeweils Platz für zwei Schulklassen. Grundschulklassen sind hier ebenso zu Gast wie Schüler der Sekundarstufen I und II.

Das Haus verfügt über insgesamt 50 Betten, aufgeteilt auf Einzel-, Doppel-, Dreibett-, Vierbett- und Sechsbettzimmer. Duschen und WC befinden sich auf den Fluren. Darüber hinaus gibt es einen gemütlichen Aufenthaltsraum im Erdgeschoss sowie einen mit Flip-Chart, Beamer, Internet, Fernseher und DVD Player ausgestatteten Seminarraum im Obergeschoss des Hauses, der gut für Schulungen und Tagungen genutzt werden kann und Platz für 30 Teilnehmer bietet. Für die gemeinsamen Mahlzeiten sind zwei Speiseräume vorhanden.

Hinsichtlich der Verpflegung können Gruppen zwischen Halb- und Vollverpflegung wählen. „Unsere Küche verarbeitet weitgehend Bio-Produkte regionaler Herkunft.

Weine und Säfte stammen ebenso aus der Region und aus ökologischem Anbau. Tee und Kaffee liefert ein Eine-Welt-Laden“, versichert Heinz Blodek. Außerdem bietet das Haus die Möglichkeit der Selbstversorgung. Hinsichtlich dieser Variante kann entweder in einer kleineren Küche, ausgestattet mit Herd, Kühlschrank und entsprechendem Komfort, gekocht werden oder, nach Absprache mit dem Hüttenwart, steht größeren Gruppen auch eine gut eingerichtete Hotelküche zur Verfügung. „Wir helfen gerne beim Kochen“, so Heinz Blodek.

Speziell für Schulklassen gibt es, für die inhaltliche Ausgestaltung des Aufenthaltes, das Programm „Von der Schule in die Wildnis“. Dieses hat sich inzwischen zum „Klassiker“ entwickelt und ist im Feldberghaus das am meisten von den Schulen gebuchte Programm. Es beinhaltet erlebnispädagogische Exkursionen im Naturschutzgebiet Feldberg sowie natur-, umwelt- und erlebnispädagogische Programme, samt Küchendienst für die Schulklasse. Die Angebote richten sich an unterschiedliche Altersstufen – im Bereich „Natur und Wildnis“ beispielsweise an jüngere Schüler von 6 bis 12 Jahren und im Bereich „Team und Erlebnis“ an Jugendliche ab 12 Jahren. Dabei handelt es sich um Pro-gramme mit einer Dauer von täglich zwei bis fünf Stunden, die jeweils von einem Pädagogen betreut werden. Nach Auskunft des Hüttenwarts ist es sinnvoll, darüber hinaus Zusatzangebote, so genannte individuelle Themenbausteine, in Anspruch zu nehmen. In einem Vorgespräch wird mit dem Lehrpersonal jeweils geklärt, wie das Programm der Klassenfahrt im Einzelnen aussehen kann und welche Rolle der Lehrer dabei übernehmen möchte. Eine Beteiligung der Lehrkräfte bei den Programmen hält Heinz Blodek für absolut erforderlich und auch äußerst wichtig für das Verhältnis zur Klasse und den pädagogischen Erfolg.

„Besondere körperliche Anforderungen müssen von den Teilnehmern nicht erfüllt werden, eine normale Kondition und die Fähigkeit zur Teilnahme am Schulsport sind ausreichend“, erklärt der Hüttenwart. „Wenn es in Einzelfällen Zweifel gibt, können die Lehrer uns einfach Bescheid sagen.“

Sämtliche Informationen über die Programme, die möglichen Zusatzangebote, über Organisatorisches, Ausrüstung, Anmeldung usw. geben die aussagekräftigen Internetseiten des Naturfreundehauses.

Neben den pädagogischen Programmen zur Förderung der Gemeinschaft sind auch erlebnisreiche Wanderungen möglich. Zudem gibt es in der Umgebung einiges zu entdecken, beispielsweise das Badeparadies in Titisee-Neustadt, das Ski-Museum in Hinterzarten, das Hans Thoma-Kunstmuseum oder das Heimatmuseum „Resenhof“ in Bernau, die Glasbläserkunst in Breitnau/ Höllsteig oder der Glasbläserhof in Todtnau-Aftersteg, die Holzschnitzerei in Grafenhausen, die Brauerei Rothaus, das Freiburger Münster oder Stadtführungen in Freiburg.

Heinz Blodek: „Wir freuen uns sehr darüber, dass unser Haus von Schulklassen gut besucht wird, es sind etwa 40 Klassen jährlich. Und es kommt schon vor, dass wir Klassenfahrten-Anfragen nicht mehr annehmen können, da wir während der gewünschten Termine überbucht sind. Dann verweisen wir gerne auf vergleichbare Häuser.“